Gibt es in der klinischen Anwendung dieser Verfahren Schwierigkeiten?
Wie löst man diese?

Automatisch erkannte Konturen (vor dem Anpassen und Nachbessern).
Blau: Außenkonturen; rot: Innenkonturen.

Der geeignete Modelltyp wird vor der Definition des Modellvolumens festgelegt, da dieser Prozeß entsprechend den speziellen Gegebenheiten des Modelltyps angepaßt wird.

Anpassung obiger Konturen für die Stereolithographie.

Bei Fräsmodellen kann man auf die Innenkonturen verzichten, da diese mit dem Frässystem ohnehin nicht modelliert werden können. Für die Stereolithographie kann es hingegen sinnvoll sein, Konturen explizit hinzuzufügen (z.B. innerhalb der Nasennebenhöhlen, siehe obige Darstellung), die andernfalls nicht automatisch erkannt werden, etwa weil der Knochen besonders dünn ist bzw. der Teilvolumeneffekt Wirkung zeigt.

Die Techniken selbst stellen kein Problem dar. Welche Technik angewandt wird, hängt von den chirurgischen Anforderungen ab. Stereolithographiemodelle sind in erster Linie detailgetreuer als Fräsmodelle: mit dieser Methode lassen sich Innenkonturen (etwa Nebenhöhlen) darstellen. Desweiteren sind die Schichten auf 0.1 bis 0.2 mm Dicke interpoliert (bei Fräsmodellen hat man 0.5 - 0.7 mm). Daher kommt Stereolithographie bei komplexen Defekten, die auch innere Konturen betreffen, zur Anwendung.
Ein großer Nachteil dieser Methode sind ihre verhältnismäßig hohen Kosten; ferner ist ein Stereolithographiemodell schlecht zum Zerschneiden (für die OP-Planung) geeignet.

Anpassung obiger Konturen für das CNC-Fräsen.

Fräsmodell: Rechte Halbschale eines Schädels.

Wann immer möglich, wird einem Fräsmodell der Vorzug gegeben. Wenn z.B. ein vollständiger Schädel modelliert werden soll, so teilt man das Modellvolumen ungefähr entlang der Sagittalnaht auf. Indem zwei Halbschalen erzeugt werden, kann die Fräse so auch das Innere des Schädels darstellen.
Beim Fräsen eines Mittelgesichts sollte man hingegen auf die Darstellung der Schädelbasis verzichten, so daß der Fräskopf den Oberkiefer auch von hinten erreichen kann.

CNC-Fräsen Stereolithographie
Interpolation der Schichtdicke:
0.5 - 0.7 mm
Interpolation der Schichtdicke:
0.1 - 0.2 mm
+ Gute Verfügbarkeit
+ Leicht zu zerschneiden
- Nur Innenkonturen
+ Außen- und Innenkonturen
- Hohe Kosten
In den meisten Fällen hinreichend Komplexes Mittelgesichtstrauma
Schwere Fehlbildung
Zusammenfassung der Vor- und Nachteile beider Methoden und ihre Anwendung.

In unserer Praxis kommt die Stereolithographie einzig bei schweren kraniofazialen Defekten zum Einsatz, da der Kostenfaktor eine wesentliche Einschränkung darstellt.

Zurück zum Inhalt


[Team] [Leistungen] [Equipment] [Projekte]
[Informationen] [Sprechzeiten] [Terminvergabe] [Lageplan]
[Home]