Anwendungen in der Chirurgie

Innerhalb von acht Jahren hatten wir 331 Fälle, in denen ein Modell erstellt wurde. Davon stellten 77% den Hauptanteil dar (zumeist angebohrene Fehlbildungen sowie Tumordefekte, aber auch Defekte aufgrund von Traumata). 12% waren sonstige Schädeldefekte, und 11% orthopädische Fälle (davon 7% Becken und 4% sonstige, etwa Wirbelsäulen und Extremitäten).


Anwendungen in der maxillofazialen Chirurgie

Fall: Gravierender Defekt des Unterkiefers.

Mädchen, 11 Jahre alt.

Im Alter von elf Jahren wurde dieses Mädchen am Prüner Gang vorstellig.
Zustand nach Tumorresektion in früher Kindheit (vermutlich Riesenzellgranulom).

Fräsmodell: Verschiedene Ansichten. Rechts: OP-Planung.

Ein Fräsmodell wurde erstellt. Man beachte, daß die Orbitae nur oberflächlich dargestellt wurden, da sie für das weitere Vorgehen uninteressant waren. Anhand des Modells wurde die Versorgung des Defektes mit einem Beckenkammimplantat geplant.
Bei maxillofazialen Fragestellungen ist es üblich, daß der Chirurg zur OP-Planung einen Gipsabdruck der Zähne macht und den Abguß in das Modell einpaßt.

Im Alter von 11 und 13 Jahren.

Seitliche Ansicht im Alter von elf (vor der OP) und dreizehn Jahren (postoperativ).

Mit 18 Jahren.

Im Alter von 18 Jahren ist das bisherige Ergebnis zufriedenstellend. Zahnimplantate für den Unterkiefer stehen noch aus.

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Anwendungen in der kraniofazialen Chirurgie

Fall: Pfeiffer-Syndrom

3 Monate altes Kind; Röntgenaufnahme.

Im Alter von elf Jahren wurde dieses Mädchen mit einer Synostose der Koronarnaht im Rahmen eines Pfeiffer-Syndroms am Prüner Gang vorstellig.

Ein Jahr alt.

Mit einem Jahr erkennt man die bei dieser Art von Synostose typische Balkonstirn.

Surface Rendering (Oberflächendarstellung) von CT-Daten.

Im Alter von zwei Jahren wurde im Hinblick auf die Modellerstellung eine Computertomographie durchgeführt. Die Oberflächendarstellung zeigt die anatomische Situation.

Fräsmodell für die OP-Planung (zwei Halbschalen).
Rechts: Stirnschädel intraoperativ, entsprechend dem Planungsmodell zersägt.

Am Fräsmodell wurde die OP (frontales Advancement) geplant. Man beachte die Stirn am Modell sowie intraoperativ.

Vor der OP; postoperatives Ergebnis.

Das OP-Ergebnis ist gut.

 
 

Fall: Morbus Crouzon

Dreimonatiges Mädchen. Röntgen; Surface Rendering (Oberflächendarstellung) von CT-Daten.

Drei Monate altes Mädchen mit für diese Erkrankung typischem Kleeblatt- sowie Wolkenschädel.

Modelle.

Es wurden ein Stereolithographie- sowie zwei Fräsmodelle erzeugt; eines davon aus einem Stück und somit ohne Darstellung der Hohlräume, das andere bestehend aus zwei Halbschalen und dem Unterkiefer.

Vor der OP; postoperatives Ergebnis.

Die Schädelform wurde korrigiert.

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Anwendungen in der orthopädischen Chirurgie

Fräsmodell eines Beckens zur individuellen Anpassung einer Endoprothese.

Innerhalb der orthopädischen Chirurgie besteht insbesondere in der Endoprothetik ein Bedarf an Modellen. Der Chirurg kann die Endoprothese mit Hilfe eines Beckenmodells individuell anpassen.

Modell mit angepaßter Prothese; intraoperativ.

Heutzutage ist es bereits möglich, basierend auf dem CT-Datensatz, ohne Umweg über die Modellerstellung derartige Implantate von vorneherein für den jeweiligen Patienten zu konzipieren.

Fall: Kongenitale Skoliose

MIP (Maximum Intensity Projection), seitliche Ansicht;
MPR (Multiplanare Rekonstruktion) entlang BWK XI.

Zwei Jahre altes Kind mit schwerer kongenitaler Skoliose, bedingt durch drei linksseitige Hemivertebrae (BWK X - XII). Dargestellt ist die seitliche Ansicht einer MIP (Maximum Intensity Projection), basierend auf CT-Daten.

Den axialen Einzelschichten war keine unmittelbare Information über die genaue anatomische Situation zu entnehmen.

3D-Darstellung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts sowie der einzelnen Wirbelkörper.

Zuerst wurde eine 3D-Rekonstruktion (Oberflächendarstellung) mit farblicher Kennzeichnung der einzelnen Wirbelkörper und ihrer Kartierung erstellt.

Modell; Röntgen: OP-Ergebnis.

Ein Fräsmodell wurde erzeugt.
Die Skoliose wurde unter Verwendung eines Fibulaspans korrigiert.
Man beachte die insbesondere in der lateralen Ansicht eindrucksvolle Aufrichtung.

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